Kurznachrichten
Zweites Gleis zwischen Lübbenau und Cottbus
Streckensperrung für ein Jahr ab 13. Dezember – zukünftig Halbstundentakt
Die DB InfraGO beginnt den zweigleisigen Ausbau zwischen Lübbenau und Cottbus. Vertreter von Bahn, Bund, Brandenburg und Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg haben am 12. Oktober in Raddusch den symbolischen Startschuss gegeben. Das Vorhaben soll die Voraussetzungen für einen Halbstundentakt zwischen Berlin und Cottbus schaffen. Für Fahrgäste bedeutet es zunächst Einschränkungen: Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember wird die gesamte Strecke für die Hauptarbeiten gesperrt.
Ein Jahr Bauzeit mit Umleitungen und Ersatzbussen
Bis zum Fahrplanwechsel erledigt DB InfraGO nach eigenen Angaben letzte vorbereitende Arbeiten. Während der anschließenden einjährigen Bauzeit können auf dem Abschnitt keine Züge fahren. Züge werden über Calau umgeleitet, für die Unterwegsbahnhöfe richtet die Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.
Die Einzelheiten des Verkehrskonzepts während der Bauzeit will der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg im November in Cottbus vorstellen. Konkrete Angaben zu Fahrzeiten und Anschlüssen enthält die Mitteilung noch nicht. Aktuelle Reiseinformationen sollen über bahn.de und den DB Navigator verfügbar sein.
Ende 2027 soll das zweite Gleis in Betrieb gehen. Die Bahn erwartet dadurch mehr Kapazität und weniger Wartezeiten zwischen Zügen. VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing stellt für diesen Zeitpunkt den Halbstundentakt in Aussicht.
Zusätzliche Bahnsteige und Arbeiten an Brücken
Der Ausbau betrifft einen 29 Kilometer langen Abschnitt der Görlitzer Bahn. Neben dem zweiten Gleis entstehen neue Oberleitungen. Zwölf Bahnübergänge werden angepasst; Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz erhalten zusätzliche Bahnsteige.
Außerdem werden sechs Eisenbahnbrücken und 18 Durchlässe erweitert. Diese kleinen Entwässerungskanäle führen durch den Bahndamm. Zur Stabilisierung des Gleisuntergrunds saniert die Bahn drei Moorstellen. Hinzu kommen Maßnahmen zum Natur-, Landschafts- und Schallschutz.
Die Strecke besaß ursprünglich bereits ein zweites Gleis. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung abgebaut.
Bundesmittel für den Strukturwandel
Finanziert wird das Vorhaben mit Mitteln aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen. Brandenburg hatte nach Angaben von Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke die ersten Planungsphasen im Rahmen von i2030 finanziert. Nach Darstellung des VBB geht mit dem Ausbau das erste i2030-Großprojekt in die Umsetzung.
Bund und Land verbinden mit der besseren Schienenanbindung das Ziel, den Wirtschaftsstandort Lausitz zu stärken. Konkrete wirtschaftliche Effekte beziffert die Mitteilung nicht. Heuing äußert zudem den Wunsch, dass der Bund auch bei weiteren i2030-Korridoren auf landesfinanzierte Planungen aufsetzt.
Für die Planung ihrer Wege während der Sperrung müssen Fahrgäste zunächst die angekündigten Einzelheiten zum Verkehrskonzept im November abwarten.
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