Kurznachrichten
Zukunft für ehemalige Kraftwerksstandorte
Bundesweite Perspektiven zur wirtschaftlichen und industriellen Nachnutzung im Strukturwandel
Mehr als 120 Vertreter aus Verwaltung, Unternehmen, Wissenschaft und Politik haben heute in Cottbus auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie über mögliche Perspektiven zur wirtschaftlichen und industriellen Nachnutzung ehemaliger Kraftwerksareale im Zuge des Kohleausstiegs diskutiert.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der fachliche Austausch zu erfolgreichen Praxisbeispielen und zukünftigen Entwicklungspfaden aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Der Lausitzbeauftragte des Ministerpräsidenten, Dr. Klaus Freytag, hob dabei die Bedeutung eines koordinierten Vorgehens hervor:
„Die Nachnutzung der Standorte verlangt ein enges Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Ich freue mich daher sehr über den heutigen Auftakt mit zahlreichen Praxisbeispielen aus dem Rheinischen Revier, dem Ruhrgebiet, Niedersachsen, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und der jetzt fortzuführenden Dialogreihe.“
Im Rahmen der Konferenz verwies Dr. Freytag auch auf erste positive Entwicklungen in der Lausitz. So entsteht auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände in Lübbenau ein Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören. Mit einem Investitionsvolumen von rund elf Milliarden Euro handelt es sich dabei um die bislang größte Einzelinvestition in der Geschichte der Schwarz-Gruppe.
Auch Wirtschaftsstaatssekretärin Dr. Friederike Haase zog eine positive Zwischenbilanz des Strukturstärkungsprozesses:
„Die Bilanz nach fünf Jahren Strukturstärkungsprozess insgesamt ist positiv: Es wurden mehr Arbeitsplätze geschaffen als in der Bergbau- und Energiewirtschaft abgebaut wurden. Es ist der Beginn eines neuen Zeitabschnitts, der eine moderne Infrastruktur mit guten Arbeitsplätzen für Generationen schafft und für den wir gemeinsam jetzt die Weichen stellen können.“
Der begonnene Abstimmungsprozess zur Nachnutzung der Kraftwerksstandorte sei folgerichtig, so Haase weiter. Für eine zielgerichtete Förder- und Ansiedlungspolitik sei der enge Austausch mit allen relevanten Akteuren notwendig – insbesondere mit Industrie, Forschung, Wirtschaftsförderung, Bürgern und Kommunen.
Redaktionelle Anmerkung:
Unabhängig von den diskutierten Nachnutzungsperspektiven ist festzuhalten, dass noch bestehende Kraftwerke im laufenden Strukturwandel weiterhin einen herausragenden Stellenwert haben. Vor dem Hintergrund der angespannten Energiesituation in Deutschland tragen sie derzeit wesentlich zur Versorgungssicherheit und Stabilität des Energiesystems bei.
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