Kurznachrichten

Nordweg am Stadtring wieder frei

Neue Führung für Fuß- und Radverkehr an den Schadstellen

Cottbus (CB)
Donnerstag 02. Juli 2026
Niederlausitz
2 min

In Cottbus/Chóśebuz soll der nördliche Geh- und Radweg am Stadtring künftig wieder für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden. Nach Angaben der Stadt wird dafür eine angepasste Wegeführung eingerichtet, damit die vorhandenen Schadstellen sicher passiert werden können.

Hintergrund sind mehrere Erdfälle und Setzungen im Bereich des Stadtrings. Sie stehen im Zusammenhang mit der laufenden Altlastensanierung des ehemaligen Potsdamer Chemiehandels. Betroffen sind Flächen auf und unter dem Stadtring sowie das frühere Betriebsgelände, das heute als BMX-Bahn und Parkplatz genutzt wird.

Was sich für Fußgänger und Radfahrer ändert

Der nördliche Geh- und Radweg war bislang gesperrt. Künftig soll er analog zur südlichen Seite mit einer angepassten Wegeführung wieder nutzbar sein. Dafür sind zusätzliche Sicherungsmaßnahmen vorgesehen. Die Stadt bezeichnet dies als Kompromiss zwischen Verkehrssicherheit, Nutzbarkeit und den bis zur endgültigen Sanierung weiter nötigen Einschränkungen.

Der südliche Geh- und Radweg kann bereits seit den Sperrungen unter Einschränkungen genutzt werden. Dort werden die Schadstellen über eine angepasste Wegeführung umfahren oder umgangen.

Erdfälle seit 2023 und 2024

Im Jahr 2023 und 2024 wurden an mehreren Schachtbauwerken Setzungen und Erdfälle festgestellt. Die Stadt leitete daraufhin nach eigenen Angaben umgehend Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ein. Dazu gehörten die Absicherung der betroffenen Bereiche, Verkehrseinschränkungen und die Sperrung des nördlichen Geh- und Radwegs.

Im Sanierungsgebiet wurden insgesamt 55 Schachtbauwerke für Bodenluftabsaugung und Grundwassersanierung errichtet. Die Maßnahmen laufen seit mehr als zwei Jahrzehnten und sollen Mensch und Umwelt schützen sowie die Schadstoffbelastung dauerhaft beseitigen.

Sanierung bleibt technisch anspruchsvoll

Ende 2024 wurde zur kurzfristigen Stabilisierung des Untergrunds ein Pilotversuch mit einem speziellen Expansionsharz an ausgewählten Schadstellen durchgeführt. Ziel war es, Hohlräume dauerhaft zu verfüllen und den Baugrund zu stabilisieren. Die Ergebnisse entsprachen laut Stadt jedoch nicht den fachlichen Anforderungen. Das Verfahren wird deshalb nicht für eine großflächige Sanierung weiterverfolgt.

Für ein dauerhaftes Sanierungskonzept hatte die Stadt 2024 ein Vergabeverfahren für ein spezialisiertes Planungsbüro gestartet. Mehrere Ausschreibungen blieben erfolglos. Erst Ende 2025 konnte im Rahmen einer Direktvergabe ein Ingenieurbüro gebunden werden.

Derzeit laufen die Planungsleistungen. Wegen der besonderen geologischen Verhältnisse, der laufenden Altlastensanierung und der Lage der Schachtbauwerke im öffentlichen Verkehrsraum ist die Planung nach Angaben der Stadt technisch anspruchsvoll. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis Ende 2026 andauern. Der Beginn der baulichen Sanierung ist für Anfang 2027 vorgesehen.

Die Stadt Cottbus/Chóśebuz kündigt an, weiter über den Fortgang der Planung und den Beginn der Bauarbeiten zu informieren.

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