Kurznachrichten

Scharfe Kritik an Schulleitungen

Cottbuser Jugendbeirat unterstützt Schulstreik

Cottbus (CB) | Spree-Neiße (SPN)
Samstag 26. September 2026
Niederlausitz
4 min

Nach Veröffentlichung auf Instagram: Kinder- und Jugendbeirat Cottbus übt scharfe Kritik an Schulleitungen und Schulamt

Cottbus. Mit einer veröffentlichten Stellungnahme hat sich der Kinder- und Jugendbeirat der Stadt Cottbus/Chóśebuz in die aktuelle Debatte um den bundesweiten „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“ eingeschaltet. In dem auf den 23. September 2026 datierten Schreiben wirft die offizielle Jugendvertretung einzelnen Schulleitungen Rechtsverstöße, Einschüchterungsversuche und ein „fehlgeleitetes Verständnis ihres Bildungsauftrags“ vor.

Der Jugendbeirat stellt sich darin ausdrücklich hinter die protestierenden Schüler und betont, dass Grundrechte wie Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit nicht am Schultor enden. Die Erziehung zu kritischen und mündigen Bürgern sei ein zentraler Auftrag von Schule und Gesellschaft.

Vorwurf der Einschüchterung und Forderung nach Disziplinarmaßnahmen

Grund für die deutliche Positionierung sind Berichte über Repressalien gegen streikende Jugendliche.
Besonders brisant: Einem Schüler soll im Vorfeld eine mehrwöchige Suspendierung angedroht worden sein, weil er während der Pause außerhalb des Schulgeländes für die Teilnahme am Streik geworben hatte.

Der Beirat fordert das Staatliche Schulamt Cottbus auf, gegenüber den Schulen klarzustellen, dass die Unterdrückung des demokratischen Diskurses nicht geduldet wird. In schwerwiegenden Fällen fordert das Gremium die Prüfung von Disziplinarmaßnahmen gegen die verantwortlichen Schulleitungen.

Kritik an Bundeswehr-Präsenz an Schulen

Ein weiterer Schwerpunkt der Veröffentlichung betrifft den Unterricht zu Friedens- und Sicherheitspolitik.
Der Beirat kritisiert eine Schieflage im Schulalltag: Während Auftritte von Jugendoffizieren der Bundeswehr etablierte Praxis seien, erhielten militarismuskritische Initiativen kaum Zugang. Unter Berufung auf den Beutelsbacher Konsens (Kontroversitätsgebot) wird gefordert, Friedensinitiativen gleichberechtigt in die Unterrichtsgestaltung einzubinden.

Das Schreiben ist adressiert an das Staatliche Schulamt Cottbus sowie das Büro der Stadtverordnetenversammlung und gezeichnet von den Beiratsvorsitzenden Max Löcher und Angelique Otto.

Ein Foto vom Protest auf dem Cottbuser Altmarkt
Ein Foto vom Protest auf dem Cottbuser Altmarkt
Foto: M. Schmidt
Aufzeichnung des Schulstreiks in Cottbus
Video: M. Schmidt

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