Kurznachrichten
Mina-Witkojc-Preis ausgeschrieben
Vorschläge sind bis 31. Oktober 2026 beim Land möglich.
Brandenburg hat die fünfte Ausschreibung für den Mina-Witkojc-Preis/Myto Miny Witkojc gestartet. Vorschläge können ab sofort bis Samstag, 31.10.2026, beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur eingereicht werden.
Der mit 2.500 € dotierte Landespreis würdigt alle zwei Jahre eine Person, eine Gruppe oder eine Institution, die sich besonders für die sorbische beziehungsweise wendische Sprache engagiert. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Anwendung, Vermittlung, Weiterentwicklung und Wiederbelebung des Niedersorbischen.
Vorschläge können Kommunen im angestammten Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden, Vereine und Verbände mit sorbischem oder wendischem Bezug, Einzelpersonen sowie die Mitglieder der Jury einreichen. Berücksichtigt werden sollen insbesondere persönlicher Einsatz, nachhaltige Leistungen und neue Ansätze. Überreicht wird die Auszeichnung vom Landessorbenbeauftragten und Wissenschafts- und Kulturstaatssekretär Tobias Dünow.
Dünow betonte zum Start der Ausschreibung die Bedeutung der sorbischen und wendischen Sprache und Kultur für die Lausitzer Identität. Sprachliches Engagement trage zum Erhalt einer bedrohten Kultur, zur Vielfalt Brandenburgs und zur Zukunft der Lausitz bei.
Die bisherigen Preisträger
- 2018: Team der ersten Witaj-Kindertagesstätte Mato Rizo in Cottbus-Sielow/Chóśebuz-Žylow
- 2020: Slawist Manfred Starosta aus Jänschwalde/Janšojce
- 2022: Liedermacher und Kabarettist Bernd Pittkunings aus Cottbus/Chóśebuz
- 2024: Wissenschaftlerin Dr. Madlena Norberg vom Witaj-Sprachzentrum in Cottbus/Chóśebuz
Namensgeberin aus dem Spreewald
Mina Witkojc wurde 1893 in Burg (Spreewald)/Bórkowy (Błota) geboren und starb 1975 in Papitz/Popojce bei Cottbus/Chóśebuz. Sie zählt zu den bedeutendsten Dichterinnen niedersorbischer Sprache. Ihre Gedichte zeigen ihre enge Verbundenheit mit den Sorben/Wenden und ihrer Heimat im Spreewald.
Witkojc arbeitete unter anderem als Publizistin und Redakteurin für die niedersorbische Zeitung Serbski Casnik sowie für den sorbischen Buchkalender Pratyja. 1964 erhielt sie den Ćišinski-Preis. In Burg/Bórkowy tragen eine Grund- und Oberschule sowie die Bibliothek ihren Namen, in Cottbus/Chóśebuz ist eine Straße nach ihr benannt.
Die niedersorbische Sprache gehört zur slawischen Sprachfamilie. Sie ist in Deutschland als Minderheitensprache anerkannt und in Brandenburg durch die Landesverfassung geschützt. Das Land stellt der Stiftung für das sorbische Volk in diesem Jahr rund 4,9 Millionen € zur Verfügung.
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