Kurznachrichten
Lausitz wird Reallabor für resiliente Gesundheitsversorgung
BTU, MUL-CT und Airbus planen Hilfe für Kliniken
In der Lausitz soll ein neues Forschungsprojekt die medizinische Versorgung bei Waldbränden absichern. Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem und Airbus Helicopters haben auf der Luftfahrtmesse ILA Berlin 2026 den Start des Projekts LifeSaver für September 2026 vereinbart.
Im Kern geht es darum, Krankenhäuser auch dann zuverlässig zu versorgen, wenn Straßen durch Brände unpassierbar werden, Menschen evakuiert werden müssen und zugleich mehr Notfallpatienten versorgt werden müssen. Das Projekt untersucht, wie sich Waldbrände, Straßensperrungen und Evakuierungen auf die Erreichbarkeit von Gesundheitseinrichtungen und auf die Versorgung gefährdeter Bevölkerungsgruppen auswirken.
Digitale Modelle und unbemannte LuftfahrzeugeDie BTU übernimmt nach eigenen Angaben zentrale Forschungsarbeiten. Dazu gehören die Entwicklung digitaler Zwillinge, die Simulation von Krisenszenarien sowie die Optimierung des Einsatzes unbemannter Luftfahrzeuge für die Gesundheitslogistik.
Mit Airbus Helicopters ist ein internationaler Industriepartner beteiligt. Nach Angaben der Projektpartner fließen zudem Erfahrungen aus vergleichbaren LifeSaver-Anwendungen in Japan ein.
Brandenburg mit hoher WaldbrandgefahrHintergrund des Vorhabens ist die hohe Waldbrandgefährdung in Brandenburg. Die Folgen des Klimawandels stellen Rettungsdienste, Krankenhäuser und den Katastrophenschutz nach Einschätzung der Beteiligten vor neue Herausforderungen.
Lausitz als Modellregion„Als das am stärksten von Waldbränden betroffene deutsche Bundesland muss Brandenburg Extremszenarien betrachten, wie trotz blockierter Transportwege die Versorgungssicherheit der Krankenhäuser bei akut auftretenden Zuströmen von Patienten gewährleistet werden kann“, sagte Uwe Schüler, Staatssekretär im Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg.
Die Projektpartner sehen die Lausitz als geeigneten Raum, um Lösungen für Krisenlagen im Gesundheitswesen praktisch zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei widerstandsfähige Versorgungsstrukturen und der sichere Transport kritischer medizinischer Güter zwischen Kliniken.
„Dieses neue Projekt greift dringende Fragen direkt auf, indem es untersucht, wie sich Waldbrände, Straßensperrungen und Evakuierungen auf den Notfallzugang zu vulnerablen Gruppen auswirken und wie kritische medizinische Güter in Krisenzeiten sicher und schnell zwischen Kliniken transportiert werden können“, sagte Martin Peuker, Digitalisierungsvorstand der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem.
Auch Airbus Helicopters verweist auf die besondere Ausgangslage in der Region. Das Unternehmen will mit dem Projekt nicht nur einzelne Luftfahrzeuge betrachten, sondern die gesamte Rettungskette im Zusammenhang mit Waldbränden und Gesundheitslogistik untersuchen.
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