Kurznachrichten
Lausitz bewirbt sich um Einstein-Teleskop
Landtag stärkt Projekt, Fokus auf Forschung und Region
Lausitz/Cottbus. Der Sächsische Landtag unterstützt mit großer Mehrheit die Bewerbung der Lausitz als möglichen Standort für das geplante Einstein-Teleskop. Ziel ist es, die Region als starken Ort für Forschung und Innovation weiter auszubauen.
Breite Unterstützung im Sächsischen LandtagDie Koalitionsfraktionen von CDU und SPD haben sich auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ausdrücklich hinter das Engagement der Staatsregierung gestellt. Die Staatsregierung verfolgt das Ziel, die Lausitz als exzellenten, international wettbewerbsfähigen Forschungsstandort zu stärken.
Gemkow: Chance für Großforschung in OstdeutschlandWissenschaftsminister Sebastian Gemkow erklärte: „Ich bin dankbar für die breite Unterstützung des Sächsischen Landtages. Die Chance, das Einstein-Teleskop in die Lausitz zu holen, ist einmalig. Wenn dies gelingt, würde damit die erste Großforschungsinfrastruktur von europäischer Bedeutung mit weltweiter Strahlkraft in Ostdeutschland angesiedelt. Der Lausitzer Standort bietet dafür beste Rahmenbedingungen. Das Einstein-Teleskop steht für Spitzenforschung und Spitzentechnologie im Herzen Europas. Mit starken Partnern wie der Region Sardinien in Italien und unseren unmittelbaren Nachbarn Polen und Tschechien sind wir gut aufgestellt. Zusammen mit unserer exzellenten Hochschul- und Forschungslandschaft in Sachsen bietet die Lausitz ein sehr gutes Gesamtpaket. Dennoch ist es ein Standortwettbewerb, dem wir uns stellen. Wir erwarten, dass am Ende des Prozesses das Einstein-Teleskop als Forschungsinfrastruktur mit den besten Bedingungen und größtmöglicher Kosteneffizienz gebaut werden wird.“
Für die Lausitz und angrenzende Regionen wie Cottbus und den Spreewald wäre die Ansiedlung des Einstein-Teleskops ein bedeutender Schritt im Strukturwandel hin zu Wissenschaft und Hochtechnologie.
Prüfung möglicher Standorte in EuropaDie potenziellen Standorte für das Einstein-Teleskop werden derzeit eingehend untersucht. Im Mittelpunkt stehen:
- seismische Rahmenbedingungen
- geologische Gegebenheiten
- Varianten in der Bauart des unterirdischen Teleskops
Diskutiert wird unter anderem eine sogenannte Doppel-L-Geometrie, bei der das Einstein-Teleskop an zwei Standorten in Europa umgesetzt würde.
Der Freistaat Sachsen und die Region Sardinien in Italien haben dazu vor kurzem ein Kooperationsabkommen geschlossen. Beide Seiten wollen bei der Vorbereitung der Bewerbung zusammenarbeiten.
Nächste Schritte der StaatsregierungIn den kommenden Wochen und Monaten will die sächsische Staatsregierung gemeinsam mit allen am Projekt beteiligten Partnern weiter für eine wissenschaftsgeleitete Entscheidung in der Standortfrage werben. Ziel ist es, zusätzliche Unterstützer für das Vorhaben zu gewinnen.
Termin: Parlamentarischer Abend in BerlinSave the Date: Am Donnerstag, 05.03.2026, findet in der Landesvertretung des Freistaates Sachsen in Berlin ein parlamentarischer Abend zum Thema Einstein-Teleskop statt.
Hintergrund: Was ist das Einstein-Teleskop?Das Einstein-Teleskop (ET) ist ein geplantes Gravitationswellen-Teleskop. Es soll künftig Gravitationswellen aus dem Universum in bislang nicht gekanntem Ausmaß messen.
Die technischen Anforderungen sind sehr hoch und machen einen unterirdischen Standort erforderlich, um seismische und akustische Störungen weitgehend auszuschließen. Von den mit dem Einstein-Teleskop gewonnenen Daten erwartet die Wissenschaft neue grundlegende Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung des Universums.
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