Kurznachrichten
IHK Cottbus: Extremwetter erhöht Betriebskosten
Befragung in Berlin und Brandenburg zeigt wirtschaftliche Folgen
49 Prozent der Unternehmen in Berlin und Brandenburg spüren Folgen von Extremwetter. Das zeigt die erste gemeinsame Befragung der vier Industrie- und Handelskammern beider Länder, deren Ergebnisse am 19.10.2026 vorgestellt wurden. Höhere Kosten, sinkende Nachfrage und beeinträchtigte Arbeitsabläufe belasten die Betriebe zusätzlich. Besonders häufig betroffen ist das Gastgewerbe.
Gastgewerbe und Bau spüren unterschiedliche Folgen
Im Rahmen ihrer Konjunkturumfragen im Herbst 2026 befragten die Kammern knapp 2000 Unternehmen der Hauptstadtregion. Erfasst wurden wirtschaftliche Folgen von Extremwetterereignissen und notwendige Anpassungsmaßnahmen. Die Angaben zu den Auswirkungen beziehen sich auf die vergangenen zwölf Monate.
Im Gastgewerbe berichten 65 Prozent von mindestens einer spürbaren Folge. Damit ist die Branche am stärksten betroffen. Hohe Energiekosten nennen dort 55 Prozent. Über alle Branchen hinweg gehören höhere Energie- und Beschaffungskosten, steigende Rohstoff-, Material- oder Lebensmittelpreise sowie Umsatz- oder Nachfragerückgänge zu den meistgenannten Belastungen.
In der Industrie fallen vor allem gestiegene Rohstoff- und Materialpreise ins Gewicht. Im Baugewerbe nennen 27 Prozent Beeinträchtigungen von Beschäftigten und Arbeitsproduktivität. Starke Hitze, Starkregen und andere außergewöhnliche Wetterlagen wirken sich damit je nach Branche unterschiedlich auf den Betriebsalltag aus.
Kühltechnik häufiger als Hochwasserschutz
Vier von zehn Unternehmen arbeiten bereits an konkreten Vorkehrungen. Bei den umgesetzten oder geplanten Maßnahmen stehen Lüftungs-, Kühl- und Klimatechnik mit 41 Prozent an erster Stelle. Arbeitszeit- und Gesundheitsschutz folgen mit 36 Prozent, Risikoanalyse, Notfallplanung und Versicherung mit 34 Prozent.
Seltener sind Anpassungen von Produktion, Lagerung und Lieferketten mit 16 Prozent. Starkregen- und Hochwasserschutz kommt auf elf Prozent. Die Vorsorge konzentriert sich damit auf bestimmte Maßnahmen; eine flächendeckende Anpassung zeigt die Befragung nicht.
IHK Cottbus verlangt verlässliche Investitionsbedingungen
46 Prozent wünschen Förderung zur betrieblichen Klimaanpassung, 30 Prozent Erfahrungsaustausch und 28 Prozent mehr Informationen über Vorsorge und Anpassung.
André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, erklärt für die Brandenburger Kammern, nicht jede notwendige Investition lasse sich aus eigener Kraft stemmen. Für widerstandsfähigere Gebäude, Anlagen und Betriebsabläufe brauche es verlässliche Rahmenbedingungen.
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, sieht durch zusätzliche Extremwetterbelastungen Wettbewerbsfähigkeit und Investitionssicherheit berührt. Sie fordert leistungsfähige Infrastruktur, schnellere Genehmigungen und verlässliche Investitionsbedingungen. Die vier Kammern verlangen außerdem branchengerechte Beratung und Förderung, insbesondere bei hohen Anfangsinvestitionen und Risiken, die Betriebe nicht allein auffangen können.
Als konkrete Ansatzpunkte für öffentliche Unterstützung nennen die Kammern kommunales Wassermanagement und eine widerstandsfähige Stromversorgung.
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