Kurznachrichten
Geothermie-Medaille für Cottbuser Fraunhofer-Leiter
Bundesverband würdigt Forschung und praktische Geothermie-Anwendungen
Der Bundesverband Geothermie hat Prof. Rolf Bracke, Institutsleiter des Fraunhofer IEG, mit der Patricius-Medaille 2026 ausgezeichnet. Die Verleihung fand auf dem Geothermiekongress in Potsdam statt. Der Verband würdigt damit seine langjährigen Verdienste um die anwendungsnahe Geothermie-Forschung in Deutschland. Für die Lausitz hat die Arbeit des Instituts einen konkreten Bezug: Es unterstützt drei Stadtwerke beim Umbau ihrer gemeinsamen Wärmeversorgung.
Erdwärme als Perspektive für Bergbauregionen
Bracke nahm die Ehrung auch stellvertretend für seine Kolleginnen und Kollegen am Fraunhofer IEG entgegen. Er verbindet die Forschung mit dem Anspruch, den Strukturwandel in den Bergbauregionen Deutschlands voranzubringen. Geothermie solle für Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger als nachhaltige Nachfolgetechnologie der Kohle nutzbar werden.
Entscheidend ist aus seiner Sicht, dass Forschungsergebnisse praktische Wirkung entfalten. Innovationen sollen nach seinem Verständnis zu einer sicheren, bezahlbaren und zukunftsfesten Wärmeversorgung beitragen. Der angestrebte Ersatz fossiler Energieträger verbindet damit die technologische Entwicklung mit der wirtschaftlichen Zukunft bisheriger Bergbauregionen.
Drei Stadtwerke in der Lausitz beteiligt
In der Lausitz begleitet das Fraunhofer IEG drei Stadtwerke bei der Transformation ihrer interkommunalen Wärmeversorgung. Die Zusammenarbeit ist eines von mehreren Projekten, mit denen das Institut geothermische Forschung in konkrete Anwendungen überführt. Dabei reichen die Ansätze von der Nutzung ehemaliger Bergbaustrukturen bis zur Erschließung von Erdwärme unter bebauten Flächen.
Gemeinsam mit den Stadtwerken Bochum erschließt das Institut Grubenwasser aus einem ehemaligen Bergwerk. Es soll ein neues Gewerbegebiet mit Wärme und Kälte versorgen. Das Bohrkonzept GeoSTAR ermöglicht die Nutzung von Erdwärme auch unter bestehenden Gebäuden. Im Reallabor Geothermie Rheinland untersucht das Institut wiederum das Potenzial tiefer Erdwärme für die regionale Wärmeversorgung.
Orientierung für den Ausbau in Deutschland
Laudator Prof. Horst Rüter hob besonders die von Bracke angestoßenen Roadmaps zur tiefen und oberflächennahen Geothermie hervor. Er würdigte sie als wichtige Orientierungs- und Entscheidungsgrundlagen für den Ausbau geothermischer Wärmeversorgung. Bracke hat zudem den Aufbau des Fraunhofer IEG entscheidend mitgestaltet und die Entwicklung der Geothermie in Deutschland über viele Jahre begleitet.
Die Patricius-Medaille ist die höchste Auszeichnung des Bundesverbandes Geothermie e. V. Seit 1994 ehrt der Verband damit Persönlichkeiten für besondere Verdienste um die Entwicklung und Verbreitung der geothermischen Energienutzung.
Namensgeber der Medaille ist der Heilige Patricius, dem eine frühe naturwissenschaftliche Erklärung geothermischer Prozesse zugeschrieben wird.
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