Kurznachrichten

Elbe-Elster berät Klinik-Zukunft

Standortfrage und künftige Geschäftsführung bleiben offen.

Elbe-Elster (EE)
Sonntag 18. Oktober 2026
Niederlausitz
5 min

Der Kreistag Elbe-Elster hat am Montag, 12.10.2026, in Falkenberg über die Zukunft des kreiseigenen Klinikums beraten. Im Haus des Gastes ging es unter anderem um einen möglichen Klinikneubau, die künftige Geschäftsführung und die wirtschaftliche Stabilisierung des Krankenhauses.

Landrat Marcel Schmidt berichtete in der zehnten Sitzung des Kreistages über den Stand der Standortuntersuchungen. Eine Analyse der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg liegt vor. Ergänzend wurde eine vertiefende Untersuchung vorgenommen, die eine langfristig tragfähige Standortentscheidung vorbereiten soll.

Bei der Bewertung sollen insbesondere die Erreichbarkeit, die Verkehrsanbindung, bauliche und technische Voraussetzungen sowie die Entwicklungsmöglichkeiten eines modernen Krankenhauses berücksichtigt werden. „Der optimale Standort hat Vorrang vor der perfekten Mitte auf dem Reißbrett“, betonte Schmidt. Entscheidend sei die medizinische Versorgung im gesamten Landkreis und nicht die Durchsetzung einzelner Standortinteressen.

Managementvertrag soll ausgeschrieben werden

Auch die künftige Geschäftsführung des Elbe-Elster-Klinikums war Thema. Kreisausschuss und Aufsichtsrat hatten empfohlen, einen Managementvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren europaweit auszuschreiben. Ein erfahrener Dienstleister soll neben der Geschäftsführung zusätzliche Fachkompetenz für die wirtschaftliche Stabilisierung und strategische Neuaufstellung einbringen. Die endgültige Entscheidung über die Besetzung bleibt beim Kreistag.

Nach Angaben des Landrates müssen der laufende Krankenhausbetrieb gesichert, die wirtschaftliche Lage verbessert und die medizinische Weiterentwicklung vorbereitet werden. Zugleich sollen die Voraussetzungen für eine mögliche Förderung des Klinikneubaus geschaffen werden. Über den aktuellen Stand der Standortuntersuchungen beriet der Kreistag außerdem im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

Bundeswehrstandort soll regionale Entwicklung stärken

Ein weiterer Schwerpunkt war die wirtschaftliche Entwicklung in Elbe-Elster. In Gesprächen mit regionalen Unternehmen seien vor allem Fachkräftemangel, Verkehrsinfrastruktur, Vergabeverfahren und Verwaltungsabläufe angesprochen worden. Der Landrat formulierte dazu den Leitgedanken: „Weniger Umwege, mehr Lösungen.“

Chancen sieht der Landkreis im Ausbau des Bundeswehrstandortes Schönewalde/Holzdorf. Dort rechnet die Bundeswehr mit rund 700 zusätzlichen Dienstposten. Auch das Bundeswehr-Instandsetzungswerk in Doberlug-Kirchhain soll erweitert werden.

Gemeinsam mit Partnern aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen arbeitet der Landkreis deshalb an der länderübergreifenden Entwicklungsstrategie RegioStrat. Elbe-Elster hat dabei die Federführung übernommen. Neben Arbeitsplätzen sollen auch Wohnraum, Schulen, Kindertagesstätten, Verkehrsanbindungen und weitere Infrastruktur berücksichtigt werden. Die Heimatbasis in Herzberg unterstützt bereits Zugezogene und Rückkehrwillige. „Wer gut ankommt, bleibt gerne“, sagte Schmidt.

Investitionen in Radwege und Ausbildung

Als Beispiel für die beruflichen Perspektiven in der Region nannte der Landrat die Ausbildungsmesse MATCH in Sonnewalde. Ende September kamen nach Angaben des Landkreises 1.800 Besucher und 98 Aussteller zusammen. Der Ausbildungsstar 2026 ging an die Böllhoff Produktion GmbH aus Sonnewalde.

Für die Modernisierung von mehr als zehn Kilometern der Kohle-, Wind- und WasserRadtour investierte der Landkreis 2,68 Millionen Euro. Davon kamen 1,57 Millionen Euro aus Fördermitteln von Bund und Land. Die Arbeiten sollen Sicherheit und Fahrkomfort verbessern und den Radtourismus stärken.

Präsenzunterricht in Herzberg wieder möglich

Zur Sprache kam auch der Schuljahresbeginn am Philipp-Melanchthon-Gymnasium in Herzberg. Nach auffälligen Ergebnissen bei Untersuchungen der Innenraumluft musste der Unterricht zunächst an Ausweichstandorten stattfinden. Seit dem 23. September ist nach positiven Untersuchungsergebnissen wieder regulärer Präsenzunterricht im Schulgebäude möglich.

Gewürdigt wurden zudem Leistungen von Schülern kreiseigener Schulen. Milena Elfers vom Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde erhielt beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen den ersten Landespreis im Einzelwettbewerb Englisch mit dem Prädikat „Herausragend“. Das Team „CashMiR“ vom Oberstufenzentrum Elbe-Elster mit Justine von Wiedner, Elisa Kohl, Tim Arnold und Kevin Jurk belegte beim Planspiel Börse den ersten Platz in Brandenburg.

Weitere kommunale Themen beraten

Auf der Tagesordnung standen außerdem der Haushaltsvollzug 2026, die Jahresabschlüsse kreiseigener Unternehmen und Eigenbetriebe sowie die weitere Entwicklung der Verkehrsunternehmen VMEE und NVG. Der Kreistag befasste sich zudem mit der Tourismusstrategie für die Reiseregion Elbe-Elster, regionalen Wertschöpfungsketten im Strukturwandel sowie der Kultur- und Heimatpflege.

Weitere Beratungen betrafen den Museumsverbund, die Förderung heimatkundlicher Aktivitäten, die Entwicklung des Internats in Elsterwerda, kommunale Integrationsangebote und die Zusammenarbeit mit der Stadt Cottbus bei einer gemeinsamen Tauchstaffel. Auch Fragen des Brand- und Katastrophenschutzes wurden behandelt.

Schmidt fasste seinen Kurs mit den Worten zusammen: „Zuhören, entscheiden, anpacken – und dabei die Menschen mitnehmen.“

Die Mitglieder des Kreistages verfolgten im Haus des Gastes in Falkenberg den Bericht des Landrates. Darin ging es unter anderem um die Gesundheitsversorgung, die wirtschaftliche Entwicklung und wichtige Zukunftsprojekte im Landkreis.
Die Mitglieder des Kreistages verfolgten im Haus des Gastes in Falkenberg den Bericht des Landrates. Darin ging es unter anderem um die Gesundheitsversorgung, die wirtschaftliche Entwicklung und wichtige Zukunftsprojekte im Landkreis.
Fotos Pressestelle Kreisverwaltung/ Torsten Hoffgaard:
Landrat Marcel Schmidt informierte die Kreistagsabgeordneten in seinem Bericht „Kursbuch Elbe-Elster“ über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Landkreis. Ein Schwerpunkt war die Zukunft des Elbe-Elster-Klinikums.
Landrat Marcel Schmidt informierte die Kreistagsabgeordneten in seinem Bericht „Kursbuch Elbe-Elster“ über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Landkreis. Ein Schwerpunkt war die Zukunft des Elbe-Elster-Klinikums.
Der Kreistag Elbe-Elster befasste sich in seiner Sitzung am 12. Oktober mit zahlreichen kommunalpolitischen Vorlagen. Dazu gehörten Fragen der Finanzen, der kommunalen Unternehmen, des Tourismus und der weiteren Entwicklung des Landkreises.
Der Kreistag Elbe-Elster befasste sich in seiner Sitzung am 12. Oktober mit zahlreichen kommunalpolitischen Vorlagen. Dazu gehörten Fragen der Finanzen, der kommunalen Unternehmen, des Tourismus und der weiteren Entwicklung des Landkreises.

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