Kurznachrichten
Cottbuser Strahlenforschung zieht Bilanz
Untersuchungen zu Alltagsbelastung, Elektroautos & Gesundheitsrisiken
Das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder (KEMF) in Cottbus feiert am 3. und 4. November 2026 sein fünfjähriges Bestehen und stellt Forschungsergebnisse zum Stromnetzausbau vor. Die Einrichtung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) verbindet bundesweite Untersuchungen zu elektromagnetischen Feldern mit einem Standort, dessen Ansiedlung nach Angaben des Bundesumweltministeriums gezielt den Strukturwandel in der Lausitz unterstützen soll.
Forschung zwischen Energiewende und Alltag
Seit 2021 ist das BfS Arbeitgeber in Cottbus; die meisten Beschäftigten dort arbeiten für das KEMF. Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, begründet die Standortwahl mit dem Ziel, gute Arbeitsplätze in einer vom Wandel besonders betroffenen Region zu schaffen. Zugleich brauche die Energiewende transparenten Strahlenschutz, um Sorgen beim Ausbau von Mobilfunk und Stromnetzen aufzugreifen.
Das bereits 2017 gestartete Forschungsprogramm „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“ verfügte über rund 20 Millionen Euro. Die Finanzierung teilten sich BMUKN und Stromnetzbetreiber jeweils zur Hälfte. Nach Angaben des BfS hatten die Betreiber keinen Einfluss auf Auswahl, Durchführung und Ergebnisse der Studien. Bisher wurden 37 Forschungsprojekte abgeschlossen oder befinden sich in Durchführung.
Was die Untersuchungen ergeben
Erste Zwischenergebnisse eines laufenden Projekts zeigen laut BfS eine geringe Magnetfeldbelastung der deutschen Bevölkerung. Auch bei Menschen, die an Hochspannungsleitungen wohnen, liegen die ermittelten Werte im Allgemeinen weit unter den geltenden Grenzwerten für Stromleitungen ab 1.000 Volt (1 kV).
Hinweise aus früheren Studien auf ein erhöhtes Leukämie-Risiko bei Kindern mit überdurchschnittlicher häuslicher Magnetfeldbelastung haben sich nach Bewertung des BfS insgesamt abgeschwächt. Ein ursächlicher Zusammenhang lasse sich jedoch nicht völlig ausschließen. Das Amt will deshalb weiter an der Ursachenklärung arbeiten.
Bei einer Untersuchung von Elektroautos hielten alle geprüften Fahrzeuge die Empfehlungen zum Schutz vor gesundheitlichen Auswirkungen von Magnetfeldern ein. In reinen Elektroautos ist die Belastung demnach nicht prinzipiell stärker als in Fahrzeugen mit konventionellem oder hybridem Antrieb. Elektrische Felder können manche Menschen dagegen bereits bei relativ geringer Stärke wahrnehmen.
Neue Leitungen und Wissen zum Ausleihen
Künftig will das KEMF elektrische Felder von Gleichstrom-Freileitungen untersuchen, sobald diese in den Regelbetrieb gehen. Solche Leitungen können Strom verlustarm über weite Strecken transportieren, etwa von Nord- und Ostsee in Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands.
Für die Weltgesundheitsorganisation wirkte das Zentrum außerdem an systematischen Übersichtsarbeiten zu möglichen Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder mit. Laut BfS-Präsidentin Inge Paulini beantworteten die Beschäftigten seit Bestehen über 1.000 Bürgeranfragen und nahmen an fast 350 Veranstaltungen teil. Eine mobile Ausstellung und Leih-Messgeräte sollen Forschung im Alltag zugänglich machen.
Aktuelle Fachartikel ordnet das KEMF zudem im „Spotlight on EMF Research“ auf deutsch und englisch ein.
Kontaktieren Sie uns
Sie haben Fragen zu Unternehmen?
Sie möchten Ihr Unternehmen hier platzieren?
Wir sind der richtige Ansprechpartner:
Tel.: +49 355 287002
eMail: mail@hyperworx.de
Ansprechpartner sind: Herr Leif Scharroba und Frau Sonnika Lindner
Ihr Unternehmen hier?
Zeigen Sie Ihr Unternehmen in diesem Portal, aber automatisch auch in weiteren digitalen Medien der Lausitz.
Ihre Angebote hier?
Immobilien und Wohnungen,
Produkte, Termine,
digitale Beilagen,
Nachrichten & News.
Zeigen Sie Ihre Angebote in unseren Medien.