Kurznachrichten
Cottbuser Medizin-Uni und TU Dresden kooperieren
Zusammenarbeit bei Forschung, Lehre und Verwaltung geplant
Digitalisierung und innovative Medizintechnik sollen die geplante Zusammenarbeit der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) in Cottbus mit der Technischen Universität Dresden prägen. Am Mittwoch, 28. Oktober 2026, sollen Vertreter beider Einrichtungen den Kooperationsvertrag unterzeichnen. Vorgesehen sind gemeinsame Lehrangebote und Forschungsprojekte. An der Cottbuser Universitätsmedizin gehört der technologische Wandel bereits zu den Schwerpunkten in Forschung, Ausbildung und Versorgung.
Digitalisierung in Forschung und Lehre
Die Partnerschaft mit der Medizinischen Fakultät der TU Dresden soll die bestehende Zusammenarbeit vertiefen. Unter dem Leitmotiv „Medizin im Wandel“ wollen die Beteiligten interdisziplinäre Lehrangebote zu Digitalisierung und innovativer Medizintechnik entwickeln. Geplant ist außerdem der Ausbau einer Gesundheitsforschungsplattform. Gemeinsame Forschungsprojekte sollen auch im Rahmen der Modellregion Gesundheit Lausitz entstehen.
Nach Angaben des Brandenburger Wissenschaftsministeriums soll die Vereinbarung am 1. November 2026 in Kraft treten und auf unbestimmte Zeit gelten. Sie umfasst Forschung, Studium und Lehre sowie Fakultätsentwicklung und Administration. Zur gemeinsamen Entwicklung der medizinischen Ausbildung gehören zudem Konzepte für Wahlfächer, ein mögliches Doppelstudium und die grundständige akademische Ausbildung von Gesundheitsfachberufen.
Neues CT aus Innovationspartnerschaft
Ein konkretes Beispiel für die technische Ausstattung der MUL – CT ist der neue Computertomograph im Institut für Radiologie und Neuroradiologie. Er wurde im Zuge der Innovationspartnerschaft mit Siemens Healthineers angeschafft. Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und Gesundheitsminister René Wilke besichtigten das Gerät bei ihrem Besuch anlässlich einer Kabinett-vor-Ort-Sitzung in Cottbus.
Wilke betonte dabei, dass Digitalisierung und Gesundheitssystemforschung ebenso wie die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsfachberufen im Mittelpunkt des Studiums stehen. Nach seiner Einschätzung trägt dieser Ansatz zur Qualität der medizinischen Behandlung bei. MUL-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel verbindet mit Digitalisierung und berufsübergreifenden Versorgungskonzepten das Ziel, die Gesundheitsversorgung in der Lausitz gemeinsam mit den regionalen Akteuren neu aufzustellen.
Medical Data Science als Studienperspektive
Die Universität bildet den Kern eines digital unterstützten Netzwerks von Akteuren aus Gesundheit und Pflege in der Modellregion Gesundheit Lausitz. Mit ihren Forschungsschwerpunkten Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung will sie auch zur Modernisierung des Gesundheitswesens in Deutschland beitragen. Künftig sollen die Masterstudiengänge Medical Data Science, Advanced Nursing Practice und Gesundheitssystemwissenschaften hinzukommen.
Im Wintersemester 2026/27 haben die ersten 38 Studierenden ihr Medizinstudium aufgenommen. Derzeit sind nach Angaben Schüles 20 Professuren besetzt. Im Vollausbau sind jährlich rund 200 Erstsemester-Studienplätze, 80 Professuren und 1.300 zusätzliche Stellen für Forschung und Lehre vorgesehen.
Für den Aufbau der Universitätsmedizin bis 2038 sind rund 3,7 Milliarden Euro veranschlagt; mehr als die Hälfte trägt der Bund im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes Kohleregionen.
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