Kurznachrichten

BTU-Studie zu Solaranlagen

- Weniger Verlust als erwartet - Daten aus 16 Jahren

Cottbus (CB)
Donnerstag 26. März 2026
Niederlausitz
3 min

Cottbus/Senftenberg. Eine neue Studie der BTU Cottbus-Senftenberg zeigt für Deutschland: Solaranlagen arbeiten oft länger und mit geringeren Verlusten als bisher angenommen. Das ist auch für die Lausitz relevant, weil die Ergebnisse die Planung von Photovoltaik-Anlagen, Modernisierungen und Investitionen präziser machen können.

Veröffentlicht wurde die Untersuchung am Mittwoch, 25.03.2026. Entstanden ist sie in Kooperation mit dem Imperial College London. Grundlage ist die Arbeit „From shine to decline: Degradation of over 1 million solar photovoltaic systems in Germany“, erschienen in Energy Economics.

Große Datenbasis über viele Jahre

Nach Angaben der BTU stützt sich die Studie auf Daten von mehr als 1,25 Millionen PV-Anlagen in Deutschland. Erfasst wurden diese über 16 Jahre. Die untersuchten Anlagen kommen zusammen auf eine installierte Leistung von 34 GW.

Die Forscher verglichen die tatsächliche Stromproduktion mit theoretischen Werten. Dabei berücksichtigten sie die reale Sonneneinstrahlung sowie Eigenschaften der Anlagen wie Größe, Neigung und Ausrichtung. So sollte erkennbar werden, welcher Teil des Leistungsverlusts auf das Alter und welcher auf Umweltbedingungen zurückgeht.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Jährlicher Leistungsverlust: PV-Anlagen verlieren laut Studie 0,52 bis 0,61 Prozent Leistung pro Jahr.
  • Ältere Anlagen: Sie verlieren pro Jahr weniger Leistung als jüngere Anlagen.
  • Umweltfaktoren: Extreme Hitze, Frost und Luftverschmutzung senken die Stromproduktion. Regen hat laut Studie kaum Einfluss.
  • Kleine Anlagen: Sie verlieren langsamer an Leistung als große, komplexe Systeme.

Bedeutung für Planung und Kosten

Die BTU leitet aus den Ergebnissen ab, dass Solaranlagen über ihre Lebensdauer mehr Strom liefern können als bisher oft kalkuliert. Das senkt nach den Angaben der Studie die Stromgestehungskosten um rund 4,8 Prozent gegenüber früheren Annahmen.

BTU-Professor Felix Müsgens vom Fachgebiet Energiewirtschaft erklärt:

„Unsere Untersuchung zeigt, dass Solaranlagen länger zuverlässig Strom liefern als bisher angenommen. Für Investoren, Planer und die Energiewende bedeutet dies: PV ist eine wirtschaftlich attraktive Technologie, die über Jahrzehnte zuverlässig Strom erzeugt.“

Auch für Ersatzzyklen und Modernisierungen könnten die Daten laut BTU eine genauere Grundlage liefern. Zugleich verweist die Studie darauf, dass häufigere Hitzetage die Leistung älterer Anlagen stärker beeinflussen.

Einordnung der Forscher

Die Forschungsgruppenleiterin Dr. Christin Hoffmann beschreibt den methodischen Ansatz so:

„Wir haben die tatsächliche Stromproduktion der Anlagen mit den theoretischen Werten anhand der tatsächlichen Sonneneinstrahlung und den Eigenschaften der Anlagen verglichen. Aufgrund der hervorragenden Datenlage und mit Hilfe statistischer Methoden konnten wir dann zeigen, wie viel Leistungsverlust durch das Alter selbst und wie viel durch Umweltbedingungen entsteht.“

Der BTU-Wissenschaftler Diego Alejandro Prieto Melo ergänzt, der jährliche Leistungsverlust liege bei etwa 0,59 Prozent und damit unter vielen früheren Annahmen. Nach seiner Einschätzung könnten die Alterungskosten von Solaranlagen bis zum Jahr 2040 um etwa 638.000.000,00 € pro Jahr niedriger ausfallen als bislang gedacht.

Fazit der Untersuchung

Nach Darstellung der BTU liefern Solaranlagen selbst nach 20 Jahren im Vergleich zum ersten Jahr noch rund 90 Prozent ihrer Leistung. Für die Lausitz und andere Regionen mit wachsender Bedeutung der Solarenergie liefern die Ergebnisse damit vor allem eines: eine belastbarere Grundlage für Planung, Betrieb und Investitionsentscheidungen.

Photovoltaik-Anlage auf Privat-Dach, wie sie oftmals anzutreffen ist
Photovoltaik-Anlage auf Privat-Dach, wie sie oftmals anzutreffen ist
Foto: M.Noack

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