Kurznachrichten

Beteiligung junger Menschen für eine nachhaltige Zukunft in der Lausitz

Forschungsprojekt untersucht neue Wege der Jugendpartizipation im Strukturwandel

BTU Cottbus-Senftenberg | Cottbus
Cottbus (CB)
Samstag 31. Januar 2026
Niederlausitz
3 min

Wie können junge Menschen aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft mitwirken, wenn ihre Lebensphase von Ungewissheiten geprägt ist und politische Prozesse oft abstrakt bleiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich Prof. Dr.-Ing. Silke Weidner, Fachgebiet Stadtmanagement an der BTU Cottbus-Senftenberg, im Rahmen des EU-geförderten Horizon-Europe-Projekts „Demokratisierung gerechter Nachhaltigkeitsübergänge“ (DUST). Ziel des Projekts ist es, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen, Anliegen und Zukunftsvorstellungen in die Nachhaltigkeitspolitik einzubringen.

Von Februar 2023 bis Januar 2026 erforscht Prof. Weidner gemeinsam mit ihrem Team, Tihomir Viderman und Maximiliano Flores, sowie mit zivilgesellschaftlichen Partnern wie dem Humanistischen Jugendwerk Cottbus e.V. und der Stiftung Wohlfahrtspflege Brandenburg, wie junge Menschen den Strukturwandel in der Lausitz erleben. Im Fokus stehen Jugendliche, die vom Kohleausstieg und regionalen Transformationsprozessen besonders betroffen sind, deren Perspektiven jedoch bislang nur selten in politische Entscheidungsprozesse einfließen.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass institutionelle Beteiligungsangebote häufig an den Lebensrealitäten junger Menschen vorbeigehen. Starre zeitliche und räumliche Strukturen treffen auf Alltagssituationen, die von Unsicherheiten, materiellen Einschränkungen und instabilen Lebensphasen geprägt sind. Um diese Lücke zu schließen, setzt das Projekt auf innovative Beteiligungsformate wie Regional Future Literacy Labs, Fotokonzeptkarten, Comics und experimentelle Visualisierungen. Diese Methoden machen Erfahrungen, Hoffnungen und Bedenken sichtbar und ermöglichen es, sie gezielt in politische Prozesse einzubringen.

„Partizipation darf nicht nur ein Instrument zur Umsetzung politischer Vorgaben sein“,

betont Prof. Weidner.

„Sie muss jungen Menschen Raum geben, eigene Strategien, Handlungsfähigkeit und Zukunftsvorstellungen zu entwickeln. Zukunft ist kein statischer Plan, sondern ein Feld, das gemeinsam gestaltet, hinterfragt und neu gedacht werden kann.“

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